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Unterschied Weißburgunder Grauburgunder
1. September 2021

Was ist der Unterschied zwischen Weißburgunder und Grauburgunder?

Um zu klären, wo der Unterschied zwischen Weißburgunder und Grauburgunder liegt, stellen wir erst einmal die Frage, wo die beiden Rebsorten überhaupt herkommen! Denn beide Sorten sind eine Farbmutationen des Pinot Noirs. Dabei ist die genetische Veränderung beim Weißburgunder so stark ausgeprägt, dass dessen Anthocyan-Gehalt (wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe) praktisch bei Null liegt. Grauburgunder liegt als Mutante wiederum zwischen Pinot Noir und Weißburgunder. Er trägt farbliche Merkmale beider Sorten, ist dem Pinot Noir jedoch optisch näher als seinem „weißen Bruder“.

So oder so sind heute beide Rebsorten internationale Stars und daher auch mit vielfältigen Namen belegt. Der Weißburgunder ist auch unter den Namen Pinot Blanc, Pinot Bianco und weißer Klevner bekannt; der Grauburgunder unter Pinot Gris, Pinot Grigio, Grauer Mönch und Ruländer. „Einige Namen sind nicht gängig, aber man sollte sie einfach mal gehört haben“, so Philipp über die beiden Burgundersorten.

Erst bei der Reife kommen die offensichtlichen Unterschiede zum Vorschein
Wo beginnt der Unterschied zwischen Grauburgunder und Weißburgunder?

Sowohl der Weiß- als auch der Grauburgunder entwickelt sich wie alle anderen Rebsorten zu Beginn des Wachstumszyklus, durchläuft die Blüte und es entstehen Fruchtansätze, aus denen sich später grüne Trauben entwickeln. „Bis zu diesem Zeitpunkt unterscheiden sich die beiden Sorten kaum. Erst wenn die Reife einsetzt, wird der Unterschied offensichtlicher. Denn die Schale der Trauben des Weißburgunders ist weiß und die Trauben daher eher grün-gelblich. Der Grauburgunder entwickelt hingegen eine Farbe die zwischen einer weißen und roten Rebsorte zu changieren scheint. Das heißt, die Schale ist an manchen Stellen grün, teils aber auch violett. Diese Kombination erweckt einen gräulichen Eindruck, dem die Rebsorte eben auch ihren Namen verdankt.“, erklärt der PIRI Winzer.

Verbreitung Grauburgunder und Weißburgunder

Bei Betrachtung des deutschen Rebsortenspiegels wird deutlich, dass der Grauburgunder hierzulande etwas stärker vertreten ist als der Weißburgunder. Etwa 7.100 Hektar Rebfläche stehen unter der graublauen Rebsorte. Der Weißburgunder kommt auf etwa 5.747 Hektar bestockte Fläche.
An der Nahe ist eigentlich der Riesling vorherrschend und dennoch spielen auch hier die weißen Burgunder Sorten eine immer größere Rolle. „Wir haben an der Nahe spannende Böden für Weiß- und Grauburgunder. Gerade der Schiefer, aber auch Quarzit und Kieselstein bieten beste Voraussetzungen für aromareiche und vielfältige Burgunder.“, beschreibt Philipp die Voraussetzungen an der Nahe.

Weißburgunder Grauburgunder
Vom Rieslingfan zum Burgunderfreund - auch der PIRI Winzer ist begeistert
Geschmackliche Unterschiede

Die Grauburgunder neigen dazu, etwas mehr Extrakt und Struktur zu zeigen als mancher Weißburgunder. Im Bukett finden sich daher häufig Nuancen von Nuss und Kräutern, gepaart mit frischen Fruchtnoten. Besonders häufig duftet Grauburgunder nach Ananas, Zitronenzeste, Apfel und Birne.

Der Weißburgunder ist wiederum bei vielen Genießern wegen seines etwas frischeren Ausdrucks beliebt. Das Bukett bringt hier eher Apfel, Birne, Melone, Quitte, einen Hauch Nuss und Wiesenblumen mit. Am Gaumen ist der Weißburgunder meist cremig und gilt oftmals als die rundere Variante beider Sorten.

Am Ende kommt es aber wie bei allen Weinen auf den Winzer und seine Stilistik an. „Wir bauen unsere Grau- und Weißburgunder sowohl als Gutsweine im Edelstahltank, als auch im Terroirwein-Segment im Tonnau, also im Holz, aus. Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Weine sich hier entwickeln und was sie dadurch an ihren ganz individuellen Aromen preis geben. Und das nicht nur, weil wir sie spontan vergären. Gerade das Holz kitzelt aus den doch unterschiedlichen Sorte nochmal ihre ganz eigenen Nuancen heraus. Der Grauburgunder aus dem Holz bekommt nochmal wesentlich mehr Gripp, also Struktur, die er dem Weißburgunder eh voraus hat. Der Weißburgunder ist andererseits auch im Edelstahl schon sehr „dankbar“ und generiert auch hier seine typische Cremigkeit. Die Böden tun dann ihr übriges und geben einen Hauch Mineralik dazu, beim Grauburgunder gerne auch eine kräutrige Note.“, beschreibt der Jungwinzer, der eigentlich Riesling-Fan ist. Doch wenn man sich die Unterschiede, die komplexen Aromen und vor allem die Vielfältigkeit der beiden Burgundersorten ansieht, kann man verstehen, dass sogar ein Rieslingfreund ins Schwärmen kommen kann.

Welcher Burgunder passt zu mir?

Die Antwort ist sicherlich nicht leicht und kommt auch darauf an, ob der Wein alleine oder als Essensbegleiter genossen wird. Der prägnanteste Grauburgunder Weißburgunder Unterschied liegt jedoch in der Stilistik der beiden Weinsorten. Der Weißburgunder ist schlanker und eleganter, seine Aromen damit dezenter. Er ist besonders gern getrunken, wenn man säurearme und milde Weine sucht. Ebenso ist er aufgrund seiner Milde sehr gut zum Essen geeignet. In Deutschland wird er gerne auch ein wenig säurebetonter ausgebaut, um ihm eine gewissen Frische zu verleihen.

Der Grauburgunder hingegen ist ein etwas schwererer und wuchtigerer Wein, denn er besitzt das volle Burgunderbukett. Bevorzugt man kräftige Aromen könnte einem der Weißburgunder langweilig vorkommen. Dann sollte man lieber zum Grauburgunder greifen.

Was beide Weißweinsorten eint ist, dass sie eher säurearm und damit sehr beliebt sind.

Wer den unverfälschten Unterschied zwischen den beiden Sorten probieren möchte, der bestellt sich eine Flasche Bulle & Bär Weißburgunder aus dem Edelstahl und eine Flasche Hotstock Grauburgunder aus dem Holzfass. So ähnlich die beiden Sorten zu sein scheinen, so unterschiedlich kommen sie hier ins Glas. Was auch sie eint ist die niedrige Säure und vor allem die unverkennbar elegante Stilistik der PIRIs.

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