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Was machen Winzer im Winter
1. Dezember 2021

Was machen Winzer im Winter?

Im Winter ist die Lese vorbei, der Wein liegt im Keller und der Winzer mit einer Flasche Wein auf dem Sofa? Nicht ganz! Doch was machen Winzer im Winter? Tatsächlich sind sie mit allerlei unterschiedlichen Aufgaben beschäftigt, die wir uns anschauen wollen.

Planung ist alles

Öfter als man denkt geht es für den Winzer im Winter vom Keller in den Weinberg. Denn sowohl Vorbereitungsarbeiten für Neuanlagen als auch die Bearbeitung bereits bestehender Rebflächen stehen nun an.

Wenn im kommenden Jahr neue Flächen angelegt werden sollen, muss sich der Winzer um das sogenannte Rigolen kümmern. Dabei gräbt er die bestimmte Fläche gründlich um und entfernt etwaige Sträucher oder verbliebenes Wurzelwerk. Schweißtreibend ist die Arbeit, da der Boden bis in die Tiefe von circa 60 Zentimetern umgegraben wird. Durch die gute Vorbereitung können im kommenden Jahr die jungen Reben schneller und effektiver wachsen und somit auch besser entwickeln.

Auch bestehende Lagen müssen bereits im Winter auf das nächste Jahr vorbereitet werden. Hier kommt zum Beispiel frischer Kompost aus altem Schnittmaterial ins Spiel. Er wird zwischen den Rebstöcken verteilt und in den Boden eingearbeitet. Das verbessert Aufnahmefähigkeit des Bodens und schützt ihn gleichzeitig vor Erosionen.

Rebschnitt für optimale Bedingungen

In den Wintermonaten befinden sich die Rebstöcke in einer Ruhephase und vertragen das Rückschneiden besonders gut. Die Säfte sind auch in einer Vegetationsruhe und die Schnittstellen bluten nicht so stark aus.

Wie genau der Rebschnitt von stattet geht, was zu beachten ist und welche Herausforderungen warten, haben wir bereits in unserem Beitrag „Sanfter Rebschnitt mit Freya und Alex“ für euch festgehalten. Schaut direkt mal rein! Auch dient der Rebschnitt der Reberziehung. Alles hierzu und viele weitere spannende Entwicklungsstufen innerhalb der Reberziehung findet ihr in unserem Beitrag mit Christian über die Reberziehung verschiedener Rebsorten.

Beim Schneiden und auch der Reberziehung steht aber immer eine Frage im Vordergrund: Ertrag oder Qualität. Geht es dem Winzer um einen möglichst hohen Ertrag oder um eine besonders hohe Qualität. Beides geht in der Regel nur bedingt. Denn ein Rebstock hat ein gewisses Maß an Energie zur Verfügung, das er in viele Triebe mit weniger Aroma oder wenige Triebe mit viel Aroma investieren kann. Die Entscheidung trifft der Winzer bereits wenn er im Winter zurückschneidet.

Im Keller: Wein liebt Gesellschaft

Im Keller stehen die verschiedensten Arbeiten an, denn hingegen der Idee, dass der Wein nun ja im Fass sei und von alleine reift, braucht der Wein gute Gesellschaft des Winzers, um zu einem optimalen Ergebnis zu kommen.

Denn die alkoholische Gärung ist abgeschlossen, die Weine ruhen nun auf dem Hefelager. Jetzt stehen wichtige Weichenstellungen für die Stilistik des Weines an. Da heißt es immer wieder probieren und die einzelnen Chargen im Blick behalten. Bleibt der Wein doch noch etwas auf dem Hefelager? Setzt man bei Weißweinen auf die malolaktische Gärung, um etwas Säure abzubauen oder braucht dieser Jahrgang die Frische? Kommt der Wein nun in Stahltanks oder ins Holzfass?

Die Holzfässer müssen dann spundvoll gehalten werden, denn in jedem Holzfass verdunstet ein gewisser Flüssigkeitsanteil. Um die Qualität des darin befindlichen Weines zu halten, wird dieser Schwund mit dem Auffüllen gleichwertigen Weines ausgeglichen und das Fass bis zum sogenannten Spundloch gefüllt.

Das Spundloch ist die Öffnung an der Fassoberseite und befindet sich an der höchsten Stelle des Fasses. Wenn der Wein bis zu dieser Öffnung reicht, ist das Fass „spundvoll“. In diesem Zustand ist die Kontaktfläche zwischen dem Wein und der darüber liegenden Luft am geringsten und dadurch sinkt die Gefahr unerwünschter Oxidationen mit dem Luftsauerstoff.

Als letztes stellt sich immer die Frage, ob es einen Eiswein geben wird. Dafür braucht es mindestens sieben Grad minus und kerngesunde Trauben. Sie sind die letzten, die im Jahr reingeholt und verarbeitet werden. Sie leiten den Winter im Weingut ein.

Was machen Winzer im Winter noch? Füße hoch!

Endlich wird es aber auch ein bisschen ruhiger. Das Weihnachtsgeschäft ist irgendwann erfolgreich abgeschlossen, die Reben geschnitten, die wichtigsten Dinge für das Folgejahr geplant und die Weine im Keller gut versorgt. Dann darf auch der Winzern den ein oder andern Tag in den Winterschlaf gehen und sich von der anstrengenden Lese und Verarbeitung erholen. Das mag die Zeit sein, wo man auch einen Winzer mit einer guten Flasche Wein auf dem Sofa findet. Wir gönnen ihnen es!

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